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ist eine seit 2010 (fast jährlich) erscheinende Buchreihe von Alan Bradley. Mittlerweile gibt es 7 Bände, die ich alle besten Gewissens weiterempfehlen kann.

– Mord im Gurkenbeet

– Mord ist kein Kinderspiel

– Halunken, Tod und Teufel

-Vorhang auf für eine Leiche

-Schlussakkord für einen Mord (!Lieblingsteil!)

-Tote Vögel singen nicht

-Eine Leiche wirbelt Staub auf

Der Krimiroman spricht alle Altersklassen an. Kauzige Figuren, ein beschauliches Anwesen und natürlich ein verzwickter Mordfall: all das lässt sich in den Flavia de Luce Bänden finden.

Wo?

Die Geschichte spielt im England der 1950er Jahre. Das Telefon wird immer nur als “das Gerät” bezeichnet, es geht also ohne viel Technikgedöns klassisch um einen Mord und die Ermittlungen dazu.

Wer?

Unsere Protagonistin Flavia ist gerissen und forsch. Sie birgt einen Wissensschatz, der ihrem Alter so überhaupt gar nicht gerecht wird und völlig überzogen ist. Ihre unerschütterliche und pragmatische Art lassen einige Szenen ziemlich abgedreht und schaurig erscheinen. Skurril und amüsant: ja, zum lachen dann aber auch wieder nicht. Die Geschichte wird gerade durch diesen sehr individuellen Charakter interessant. Auch Flavias Familie und alle anderen Figuren sind liebevoll gezeichnete Persönlichkeiten, jeder besonders für sich.

Inhalt:

Familie de Luce ist irgendwie schon etwas seltsam. Vater de Luce, die drei Töchter (Ophelia (17), eine hübsche, hervorragende Musikerin & Daphne (13), ein Bücherwurm, mit denen Flavia (11) eine Art Hassliebe verbindet) und die Haushälterin Mrs. Mullet, die nicht kochen kann, leben gemeinsam auf Buckshaw, dem Familiensitz der de Luces, unweit der Ortschaft Bishop’s Lacey. Ihre Mutter kam als junge Frau beim Bergsteigen im Himalaya ums Leben, ihre Leiche wurde jedoch nie gefunden. Der Gärtner Dogger ist Flavias bester Freund.

Die Elfjährige hat dazu noch eine Leidenschaft: Sie liebt Gifte aller Art, und widmet sich ihren Forschungen in einem eigenen Labor. In Buckshaws kaltem Ostflügel befindet sich Flavias Reich: Ein großzügiges, komplett eingerichtetes Laboratorium: es verfügt über einen riesigen Vorrat an Pülverchen, Tinkturen und weisen Ratschlägen.

Sobald eine Leiche in Flavias Heimatdorf auftaucht macht sie sich entschlossen an die einzelnen Fälle heran, die sie nicht selten in lebensbedrohliche Situationen führen. Bei den Aufklärungen rivalisiert sie jedes Mal mit dem zuständigen Polizeiinspektor, dem sie bei ihren eigenen Ermittlungen häufig eine Nasenlänge voraus ist.

Was sich Alan Bradley im siebten (und soweit letzten) Teil wieder für seine Heldin ausgedacht hat, ist, dass Flavia ihr Zuhause verlassen muss, um im weit entfernten Kanada Miss Bodycotes höhere Mädchenschule zu besuchen. Flavia findet es allerdings alles andere als lustig, als sie sich in dem Internat wiederfindet, in dem schon ihre Mutter war. Als ihr aber bereits in der ersten Nacht eine Leiche zu Füßen fällt – direkt aus dem Kamin, wird es spannend. Die kleine Detektivin beginnt zu forschen und stößt auf zahlreiche mysteriöse Vorkommnisse.

Schreibstil:

Die Art Alan Bradleys zu schreiben, fand ich ein bisschen schwer bzw. anstrengend zu lesen. Man gewöhnt sich aber nach und nach an die “etwas ältere Ausdrucksweise”.

Kritikpunkte:

Chemie. Sehr viel Chemie. Da Flavia eine begnadete Giftmischerin ist kommen viele chemische Formeln und seitenweise Erklärungen vor. Ich selbst begeistere mich nicht besonders für Chemie und halte das aus meiner Sicht für nicht wirklich nötig, da all die Gleichungen sowieso nicht viel mit der Handlung zu tun haben.

Spannung wird im Generellen nur sehr langsam aufgebaut. Meist radelt Flavia umher und redet mit dem Pastor oder anderen Dorfbewohnern, was sich manchmal wie Kaugummi ziehen kann.

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Meine Meinung:

“Schmökerig”, charmant und angenehm zu lesen; Flavia de Luce begeistert auch die, die für gewöhnlich keine leidenschaftlichen Krimi-Leser sind. Die junge Detektivin hat es faustdick hinter den Ohren und ist nicht zu stoppen. Ohne Zweifel ein besonderer Roman, der zwar manchmal weit ausschweift, dem aber durch seine erfrischend humorvolle Art dieses ganz gewisse Etwas verliehen wird.

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