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Freiheit

Antisemitismus

MitmachBlog

Sie sind feige, sie sind hinterlistig. Sie vergiften unsere Brunnen, fressen unsere Kinder und kontrollieren alle Banken. Die Juden. Viel zu oft stoße ich  auf solche Parolen, ob im Internet, auf der Straße, oder sogar im Gespräch mit Verwandten. Antisemitismus ist noch immer aktuell. Wenn für ein beliebiges Übel auf der Welt ein Sündenbock gesucht wird, sind die Juden die üblichen Verdächtigen. Hier wird es darum gehen, was Antisemitismus ist, in welchen Formen er sich äußert und woran mensch ihn erkennen kann.

Wer sich jetzt denken mag: “Aber heutzutage gibt es doch so etwas gar nicht mehr!”, der liegt leider daneben. Schon seit es das Judentum gibt leiden Juden unter Vorurteilen, falschen Verdächtigungen und Diskriminierung. Und daran hat sich bis heute wenig geändert. Beispiele gefällig? Noch immer besteht die Notwendigkeit von Polizeischutz vor deutschen Synagogen, weil diese oft Opfer rechtsextremer Gewalt werden. Jüdische Menschen müssen auch heute noch Sorge…

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Antifeminismus in der Schwulenbewegung

Eigentlich ist das ja klar: Wer rechts ist, der ist konservativ, hat etwas gegen alles Fremde und beruft sich auf Sicherheit, Heimatliebe und natürlich auf den Schutz von (Hetero-) Ehe und Familie. So ist das und nicht anders, denkt sich mein eingeschränktes Hirn und stutzt dann, wenn ich auf Schwule in der AfD stoße. 160 Mitglieder hat die Bundesinteressensgemeinschaft Homosexueller in der AfD. Homos in rechten Parteien, wie kann das sein? Setze ich bei Schwulen nicht eine offene Grundhaltung voraus, weil sie selbst einer Minderheit angehören? Aber was ist dann mit solchen, die gegen Feminist*innen wettern, sowieso Angst vor der Islamisierung des Abendlandes haben, weil die ganzen Flüchtlinge so homophob sind und auf keinen Fall zu DENEN gehören wollen, die bunt bemalt auf dem CSD in Köln tanzen?

Um das zu verstehen müssen wir uns die Geschichte der Schwulenbewegung anschauen. Von Feminismus wird zum ersten Mal seit Mitte des 1970 gesprochen, wo er seinen Ursprung gemeinsam mit der Lesben- und Schwulenbewegung hat. Der erste deutsche Wissenschaftler, der sich danach mit dem Phänomen des schwul seins auseinandersetzte war Magnus Hirschfeld. Anfang des 20. Jahrhunderts begann sein Institut für Sexualwissenschaften in Berlin Schwule zu “untersuchen”. Dabei lag der Fokus meist auf Berliner Subkulturen und der Beschreibung von Sexarbeiter*innen etc. . Das aber störte viele Homosexuelle (z.B. auch Mitglieder des humanistischen Subkomitees in München). Sie wollten im Kampf um die Gleichberechtigung und Akzeptanz den Schwerpunkt nicht auf den Rand der Gesellschaft legen, sondern zeigen, wie angepasst sie waren und wie “normal”. Sie hielten ihre Homosexualität für die “richtige” und wollten darstellen, dass Lehrer, Anwälte und Ärzte schwul sein können und alles andere als anrüchig sind. Hirschfelds Herangehensweise, die ja im Endeffekt das selbe Ziel erreichen sollte, warfen sie vor den Aktivismus zu verlangsamen. Schon hier stellte sich die Frage in der Schwulenbewegung: Wer gehört zu uns? Wen nehmen wir mit? Wie und wie radikal gehen wir vor?

Der Wunsch nach Angepasstheit verstärkte sich für einige verständlicherweise nach dem zweiten Weltkrieg. Der von den Nationalsozialisten noch weiter verschärfte § 175, der homosexuelle Handlungen unter Strafe stellte und besonders schwule Prostitution sowie Sex mit Unter-21-Jährigen bestrafte, blieb erstmal in vollem Umfang in der neuen Bundesrepublik erhalten. Nach der Erfahrung von Diskriminierung, die Schwule und Lesben machen mussten und unter Befürchtung weiterer strafrechtlicher Verfolgung, wollte sich ein großer Teil der Bewegung noch weiter angleichen.

Der andere Teil aber atmete auf. In den 50er Jahren bildeten sich endlich wieder die ersten schwulen Organisationen und Vereine, und auch die ein oder andere Schwulenzeitschrift fand wieder ihren Weg in die Öffentlichkeit. Jede Menge Kneipen wurden wieder eröffnet und bis zum Ende des Jahrzehnts gab es wieder eine rege Schwulenszene. Diese Aktivist*innen wollten sich abgrenzen von denen, die vorauseilenden Gehorsam leisteten, um den Erwartungen anderer zu entsprechen. Sie waren stolz auf ihre Identität und verkörperten das, anstatt sich zu verstecken.

Aber es gab noch mehr Konflikte und Diskussionen, aus denen schließlich die Spaltung der Bewegung hervorging. Dazu kam beispielsweise 1973 der Tuntenstreit. Verkleidete, glitzernde Teilnehmer einer Parade beim Pfingstreffen der HAW (Homosexuelle Aktion West-Berlin) demonstrierten für Offenheit und Sichtbarkeit von Homosexualität. Danach brach eine erneute Strategiedebatte in der Bewegung aus. Eine erhebliche Menge deutscher Demonstranten missbilligten dieses konfrontative Verhalten. Sie hatten anschließend Angst um einen nüchternen, objektiven Kampf. Ergebnis des “Tuntenstreits” war die Spaltung der HAW in einen integrationistischen Flügel und der radikaleren Fraktion der Feministen.

Alles in allem sieht man als größten Unterschied zwischen den Feminist*innen und konservativen Aktivist*innen die Ansicht über die Offenheit und Offensive des Vorgehens, um Homosexuelle in die Gesellschaft zu integrieren.

Und heute ist ein weiteres kontroverses Thema die “queer theory”, die den Zusammenhang von biologischem Geschlecht, Gender (‚sozialem Geschlecht‘) und sexuellem Begehren kritisch untersucht. Die Queer-Theorie schließt alle geschlechtliche und sexuelle Identitäten mit ein. Für den feministischen queeren Flügel gehören alle LGBTQ+ zum Widerstand. Die Kritik rechter Schwuler an der queer theory beruht darauf, dass wahrscheinlich vor allem schwule weiße Männer oft das Gefühl haben (nach Öffnung der Homo-Ehe) nun angekommen zu sein, weil sie von anderen Formen der Diskriminierung nicht betroffen sind, im Gegensatz zu beispielsweise Transsexuellen.

Es gibt auch noch krassere Beispiele, wo die Schwulenbewegung klar antifeministische Tendenzen aufweist: Wenn in schwulen Kreisen patriarchalische Mitschuldsvorwürfe konsequent abgelehnt werden oder wenn der weibliche Körper als ekelhaft dargestellt wird, lassen sich Feminismus und die Schwulenbewegung nicht mehr vereinen. Rechte üben auch offene Kritik an Feminismus, da er angeblich nur ideologische Arbeit wäre. Dabei haben queer studies einen elementaren Beitrag zur Toleranz geleistet, zur Streichung von Homosexualität als eigene Krankheit im ICD-Katalog 1992 oder zur Förderung konkreter Hilfe, wie queere Themen in Bildungsplänen. Da konservative Schwule sich aber lieber folgendermaßen anbiedern: “Wir haben einen Schäferhund, leben seit 20 Jahren monogam…achdasimBettistdochnichtderRedewert…”, wollen sie auch nicht, dass darüber geredet wird, schon gar nicht in der Schule.

Und der Rassismus, der rechte Schwule mit der AfD verbindet lässt sich oft schon auf tinder Datingprofilen beobachten. Um möglichst schnell das zu finden, was man sucht, schließen manche Nutzer schon von vornherein bestimmte Gruppen aus, von denen sie keine Nachrichten bekommen wollen: “No Blacks, no Asians” ist ein Satz, den man oft in Profilen liest. So nennen sich POC’s häufig lieber queer, anstatt von schwul, weil sie sich folglich in der queeren Bewegung wohler fühlen.

Von patriarchalischen Strukturen, Frauenfeindlichkeit und Hetze, bis zur übertriebenen Durchschnittlichkeit: Wir sehen, wie schlimm es ist nach unten zu treten, um selbst nicht zur Zielscheibe zu werden. Stattdessen ist es wichtig für seine Rechte zu kämpfen und für die eigene Identität einzustehen! Sei stolz, sei offen, sei du selbst!

A Love Story

Jonathan

The endlessly long chain of lights was wrapped around all the trees at the lawn. Gently glowing while fireflies buzzed in the warm midsummer air. It was a good Saturday night. Jonathan loved nights like this when he got the feeling that nothing in the world matters and he just couldn’t help smiling. Jonathan looked up to the stars and wondered if everyone was feeling this unexplainable happiness tonight. He was sitting far from all the people at the wooden fence of Robinsons garden. The Robinson family was giving barbecue party tonight and all of their neighbours including Jonathan and his dad were invited. Robinsons were new in the neighbourhood and from what he heard so far very nice, especially their oldest son Henry, who had long reddish hair and a lot of freckles, just like all of his five sisters. But Henry’s sisters didn’t look as good as Henry. They were pale and smaller and their red hair was a bit too bright for their skin tone. Henry on the other hand was a good 6 feet tall and the freckles made him look bold, just as if he was always about to go camping in the mountains and chase the horizon, Jonathan thought while standing up and starting to balance on the fence. As he moved closer to the crowd of people, whose laughter filled the air he spotted the Robinson siblings. All of them were trying to fit onto the same tiny bench. One sat on the lap of another, an older one was squished in between them and Henry and the youngest sat next to Henry at the edge of the bench. It wasn’t enough space, but every single of them looked undeniably happy. The youngest pulled Henry’s hair and two of them thought it was funny to stand up at the same time, so that the bench would lift its side they stood up from making their older siblings fall down into the grass. Though in the centre of the chaos Henry kept cool and didn´t even seem to bother.

Jonathan couldn’t fail to notice, how sexy that was, he would already have fled, which he actually did, but this deep calmness that surrounded Henry fascinated him. Sometimes he wished to be a bit more like Henry, more confident, less socially awkward, better at talking to people. If he would only dare to walk over to Henry and say… Yeah, what would he even say? Henry probably didn’t even know his name and Jonathan doubted it would interest him. But it wasn’t his fault. He probably just wasn’t Henry’s type. Henry probably loved people that were less boring and Jonathan couldn’t blame him for that. If he was Henry he wouldn’t even have noticed that weird boy with the sad grey eyes. Furthermore, Henry probably didn’t notice boys at all. Guys like Henry were always into girls. It was hopeless. Downhearted Jonathan turned around to balance back and think about how unfair everything was and how everyone except him seemed to take life easy and feel as happy as he did just ten minutes ago. But suddenly someone stood behind him and said:

Henry

With his five little sisters, aged between 7 and 17, fooling and frolicking around, laughing and distracting Henry from all the guests, the night was not as boring as he expected it to be. His mother had the stupid idea to host a “The-Robinson-Family-Says-Hello”-barbecue party and invite the whole new neighbourhood thy moved to three days ago. Henry was nineteen and about to move out anyway, so he didn’t care about the new neighbours. Also, there was no one at his age, except for this cute mousey boy, living two houses next to his, but although he kept his eyes open hoping to start a conversation with him, he couldn’t spot him so far. Whatever, he thought, and his siblings even managed to conjure a smile on his face by trying to all 6 fit on the romantic couple bench his father bought last Valentine’s Day. Henry still would have preferred to sit there with someone he could call his boyfriend while the garden being less crowded, but his sisters were alright too. May, his seven years old sister, pulled Henry’s hair laughing and screaming in joy and he gently pushed her back. Stephanie, the oldest of his sisters leaned towards him and asked:
“Henry, are you fine? You don’t look quite satisfied.”
“Oh, I’m perfectly fine, Stephanie, it’s a wonderful night. Maybe Mum’s idea wasn’t even that stupid.”
She nodded but she knew that she was right and that her brother thought about something else.
“Er, Stephanie”, Henry lowered his voice, “Did you already see the boy from number 23, what was their name again? White?”
“You mean Mr. Wilde and his son?”
“Yes, Wilde, that’s it. Do you know if he’s here?”
“Uhm, I think I already saw him, let me think…”, suddenly she smirks understandingly, “Aaw, how sweet, my brother has an eye on the neighbour-boy.”
“Shh, not so loud!” Henry tried to calm his sister. There weren’t many except for his family who knew about him being gay.
“Bruh, nothing to be ashamed of, I think he’s really cute. And I’m quite sure, I saw him already. But he seems a bit shy, maybe he keeps some distancer to the other guests. Why don’t you go and search for him?”
“You know what?”, Henry answered and stood up decisively, “that’s exactly what I’m gonna do now.” It only took him a few steps to detect a shadow balancing on the wooden fence. With his heart beat slightly accelerating he walked over to him and said:

 
Henry: Hi. You seem to have a good stand up there.
Jonathan turned around in surprise, forgetting that he balanced on a small fence and losing his stand. Desperately trying to not fall, he jumped down and after some clumsy stumbling finally found himself standing in front of that handsome guy he just thought about. Their eyes met and Henry smiled. It was only a small smile, but it was enough to turn Jonathans legs to jelly.
Jonathan: Er, Hi.
Henry: I’m sorry if I throwed you. I’m Henry.
And he offered his hand. Jonathan’s heart beat erratically in his chest, threatening to break out. There was a ton of butterflies in his stomach, but it felt good. Henry Robinson came over to talk to him. To him, Jonathan Wilde! He couldn’t quite believe it yet, but took the hand and responded.
Jonathan: Haha, I’m alright. I’m Jonathan… What a nice party.
Pff, what a nice party, come on! You’re obviously doing your best to avoid it, Jonathan thought and hated his ridiculous efforts to do small talk.
Henry: Oh, really, you like it? I think it’s awful. I am quite happy to have found someone my age apart from all the parents and their children.
Henry was quite sure that Jonathan was bored of all the people either and he was just to polite to say it. With his honesty Henry hoped to establish first sympathy and trust. And indeed:
Jonathan: Oh, you’re right. To be honest I am not that comfortable with so many people. You know, I like being with myself and balancing on fences…
Henry: I can leave you alone, if you wish so.
Now Jonathan’s heart thumped so hard, he swore it was audible.
Jonathan: No, no, no, you got me wrong! You’re not like “the people”, I like you, I mean, huh, I don’t really know you, but, um, what I wanted to say is probably, I appreciate your company.
Oh boy! How awkward! “I like you”, what the hell, I must seem so insecure and probably pretty gay, Jonathan thought. I mean, I am gay, but that’s surely not the best conversation starter to get to know straight guys. Of course, he wasn’t sure if Henry really was hetero, but what were the odds he wasn’t. He felt his cheeks blushing. Jonathan became painfully conscious of his shyness and not for the first time wished to be different. Maybe Jonathan should have just casually asked him. In an innocent, naive way, a bit sexy maybe: “By the way, are you gay?” But he didn’t dare. So, he chose the opposite and added to his embarrassing answer:
Jonathan: Haha, no homo!
Henry: Yeah, exactly, no homo…
Henry felt bad. What a pity. Why was such a nice guy homophobic? But how dumb of him to have hoped for anything else or even dreaming about him being gay. Ridiculous!
Henry: You know what, I’ll return to the party, I think I gotta help my parents a bit with the service of the guests. It was a pleasure to meet you.
Jonathan: Absolutely, it really was. Bye.
What did he do wrong? What did he say? Jonathan hated himself.

How sadly this romantic night developed and how happy it could have been.
We would have loved to write a happy end for Jonathan and Henry. But how often does that match the reality?
In nights like this, when the twilight fades to blackness and a million stars are like a beautiful surreal blanket above our heads, in nights like this there are so many unlucky boys and girls out there searching for love but no matter how romantic the atmosphere is, heteronormativity strikes again. If you get provoked and teased and bullied your whole life for the feelings you have to certain people, either directly or indirectly through songs, comedy shows and movies where homosexuality is depicted as something abnormal or even disgusting, then it is really not easy to be proud of yourself and what you are. You might keep it secret to new people to avoid that awful moment of silence after admitting: “Hey, I am gay”. It is not always like this. There are settings in which people are nice, open and tolerant and maybe even aware of not everyone being cis-hetero. And we want to encourage everyone who thinks about denying what they really are and how they feel, to not do so and frankly speak about it to everyone. But you still can´t ever know how a stranger might hurt you and cis- and heteronormativity is just a heavy burden on so many people’s shoulders. Heteronormativity doesn´t meet the standards of the diversity of human life, but we want to celebrate that diversity, so don´t be afraid to show off your true colors!

Unbenannt

Miteinander statt Gegeneinander

Ich erinnere mich noch ganz genau daran, wie sehr ich mich, als ich klein war, darauf gefreut habe in die Schule zu kommen. Wenn man in der Schule war, dann war man nämlich groß. Man konnte lesen, rechnen und schreiben und lauter solche tolle Sachen. Ich konnte es kaum erwarten endlich selbst eingeschult zu werden. Dementsprechend gespannt hing ich daher an den Lippen der Großen, wenn sie von der Schule berichteten. Oft erzählten sie etwas wie: “In Rechtschreibung bin ich die Beste aus der Klasse! Und abschreiben lasse ich auch niemanden!”.

Diese Einstellung lässt sich wohl in vielen Grundschulklassen beobachten. Die bekannten Etui-Mauern sind nur ein Beispiel dafür. Und das ist keineswegs gut. Im Gegenteil, bei der Vorstellung läuft es mir kalt den Rücken hinunter. Wir Kinder wurden dazu erzogen andere beim Spicken zu verpetzen und helfen bedeutete schummeln. Das Motto: Gegeneinander statt Miteinander.

Auch mit meinen Geschwistern habe ich mich seit je her gemessen, egal um was es ging. Ich habe sie vielleicht sogar manchmal um ihre guten Noten beneidet, anstatt mich für sie zu freuen. Es war ein einziges Gerangel, nicht nur um Wissen und Kompetenz und jetzt frage ich mich: Wozu?

Höchstwahrscheinlich bin ich nämlich nicht die Einzige, der es so geht. Oder kennst du ein einziges Geschwisterpaar, bei dem die Kinder nicht das Gefühl hätten sich gegenseitig beweisen zu müssen? Ich nämlich auch nicht. Die Erwachsenen machen es ja auch so vor. Wer fragt schon: “Wieviel Spaß hat es dir gemacht dein Abitur zu schreiben?” Die Leute interessiert, welchen NC du hast, nicht wie sehr du dich dafür bemüht hast. Dabei ist dieses Leistungsstreben doch komplett unfair. Wer kennt nicht das Beispiel von Affen und Goldfisch, die beide danach bewertet werden, wie gut sie auf einen Baum klettern können?

Und zugleich gilt das einfache Gesetz: Der Stärkere gewinnt, indem die Schule uns dazu trainiert hinter den eigenen Noten her zu rennen. Der Grund: Leistungen gerecht benoten zu können. Leistungen benoten. An diesem Ziel ist so gut wie alles falsch. In Schule als Be- und Verurteilungsmaschine lässt sich kein Miteinander finden.

Auch bei den allermeisten Sportarten wird in erster Linie nicht mit der eigenen, sondern gegen die andere Mannschaft gespielt. Bei der WM, Talentshows, der Eurovision Songcontest, Germanys next Topmodel; einfach “Miteinander” wäre wohl zu langweilig.

Gegeneinander statt Miteinander lässt sich überall wiederfinden. Was uns von klein auf beigebracht wurde spiegelt sich in unserer gesamten Gesellschaft wider, denn sie basiert auf dem Gegeneinander. Es gibt immer rang- und machtmäßige Differenzen und Hierarchien.

Wir leben unser Konkurrenzdenken und probieren ständig uns gegenseitig zu übertrumpfen. Aber was wäre eigentlich so schlimm daran nicht attraktiver, kreativer, intelligenter, witziger, schlagfertiger, mutiger, fähiger, stärker, finanziell und beruflich erfolgreicher zu sein? Wieso ist es so ein schrecklicher Gedanke beim Klassentreffen nach 30 Jahren zu merken, wie schlecht sein Leben verglichen zu allen anderen doch aussieht? Das Leben ist ein verdammter Wettbewerb und ich habe genug davon!

Ich habe genug vom Leistungsdruck, den schon Grundschüler kennen und der Rivalität, die mir durch soziale Netzwerke täglich vermittelt wird. Die Urlaubsreisen der anderen sind meistens besser, die Designerjeans cooler und bestimmt ist auch ihr Telefonanbieter günstiger. Sie haben mehr oder können sich mehr leisten. Na schön für sie!

Doch sagte Joseph Joubert nicht einmal: “Wenn du dich mit anderen vergleichst könntest du bitter werden (…); denn es wird immer jemanden geben, größer und geringer als du.”?

Es gibt auch eine Alternative dazu dich stets mit anderen zu vergleichen. Ziehe deine eigenen Startbedingungen als Maßstab heran, um zu beurteilen, was du erreicht hast. Ich bin ich.  Ich kann dazu lernen und mich verbessern. Entscheidend ist, was ich aus mir mache mit den Fähigkeiten und Talenten, die ich habe. Ich bin einzigartig.

Vergleicht man sich dann doch mal, dann ist dabei wichtig, wie man es tut. “Die da drüben hat eine richtig perfekte Figur!”, ist ja an sich erstmal eine neutrale Aussage. Aber wenn ich in Gedanken dranhänge: “… und ich Moppelchen bin deswegen viel weniger wert und werde nie einen Typen kennen lernen.”, dann tut mir dieser Vergleich weh. Was mir weh tut ist aber nicht der Vergleich, sondern die Schlussfolgerung, die ich daraus ziehe. Wenn das alles sein sollte, woher ich meinen Selbstwert nehme, dann ist das Vergleichen das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit. Es macht mich missgünstig und führt mich weg von mir selbst.

Liebe ich mich dagegen selbst und schätze mich, mein Aussehen, wie auch meine Fähigkeiten wert, dann dürfen andere auch bessere Noten haben oder ein besseres Auto fahren oder so. Das macht mich als Menschen dann nicht schlechter. Ich kann mich und mein Leben mit anderen Augen sehen und meinen eigenen Weg gehen, ohne danach zu fragen, wie andere leben.

Über Critical Whiteness, Ethnopluralismus und kulturelle Aneignung

Ein Gastbeitrag von Tom-Felix Berger


Die Hautfarbe eines Menschen ist unbedeutend. Ob ich schwarz, weiß, grün, gelb, blau bin, das macht rein gar keinen Unterschied für mein Verhalten und jede*r, der*die etwas Anderes behauptet ist schlichtweg rassistisch. Das ist meine Meinung gewesen, solang ich denken kann und begriffen hab, dass nicht alle Menschen so aussehen wie ich. Doch seit heute habe ich einige Zweifel daran.

Ich war gerade im Kino in „Get Out“, irgendwas zwischen Horror und Thriller. Der Plot des Filmes in kurz zusammengefasst [SPOILER ALERT]: Chris, ein Schwarzer, lernt die Familie seiner Freundin Rose, einer Weißen, kennen. Er hat einige Bedenken, weil ihre Eltern scheinbar noch nicht wissen, dass er schwarz ist. Die bestätigen sich zunächst jedoch nicht, die Familie ist nett und vielleicht latent rassistisch, aber nicht mehr, als es für eine amerikanische, weiße Familie normal sein könnte, es ist eher eine übersteigerte Vorsicht, nicht rassistisch zu wirken, die sie Chris anders behandeln lässt, als sie eine*n Weiße*n behandeln würden. Nur eines ist merkwürdig: Die zwei Bediensteten sind beide schwarz. Am Wochenende findet im Haus von Roses Eltern eine Familienfeier statt, die sie behauptet vergessen zu haben. Die Gäste sind alle weiß, als Chris den ersten Schwarzen trifft, stellt sich schnell heraus, dass auch er nur ein Bediensteter ist. Langsam aber sicher entwickelt sich der latente Rassismus zu einem offenen: Roses Bruder lobt Chris für sein ausgezeichnetes Gen-Material, ein Ex-Golfer spricht ihn auf Tiger Woods an, eine alte Dame fragt Rose, ob es wahr sei, was man über schwarze im Bett sagt. Es stellt sich mit der Zeit heraus, dass all das, die Nettigkeit der Eltern, die Familienfeier, selbst die Beziehung zu Rose nur inszeniert und der einzige Zweck seines Besuches seine Verlosung als Sklaven an einen der Gäste im Bingo ist, wie es schon all den Bediensteten vor ihm ergangen ist. Natürlich schafft er es schlussendlich, diesem Schicksal um Haaresbreite zu entgehen, doch nicht ohne eine gewisse Blutspur hinter sich herzuziehen.

Dieser Film hat etwas in mir bewegt. Soweit das mit cineastischen Mitteln möglich ist aus Sicht eines Schwarzen, die Diskriminierung, ob absichtlich oder unbewusst, derer Chris permanent ausgesetzt war und die Andersartigkeit, die Abweichung von einer konstruierten Norm des Weißseins zu erleben, hat mir klar gemacht: Es ist nicht egal, welche Hautfarbe ich habe. Es erwächst daraus eine schwere Bürde, die nicht dadurch aufgelöst wird, die Augen vor ihr zu verschließen und so zu tun, als hätte die Gesellschaft den Rassismus längst überwunden.

Es geht nicht darum, Menschen nach Hautfarbe oder Kultur zu trennen, sondern um das Gegenteil, sie zusammenzubringen.

Es geht dabei allerdings nicht darum, Unterschiede zu suchen, zu finden und zu festigen. Es geht nicht darum, Menschen nach Hautfarbe oder Kultur zu trennen, sondern um das Gegenteil, sie zusammenzubringen. Es geht nicht darum, die Theorie des Ethnopluralismus, der von unterschiedlichen Kulturen, deren Erhalt vom Multikulturalismus bedroht sei, ausgeht, zu bestätigen, denn Ethnopluralismus ist einfach nur ein schöneres Wort für Rassismus. Und Vertreter*innen der Critical Whiteness, die von kultureller Aneignung sprechen, wenn ein Nicht-Schwarzer Dreads trägt, bewegen sich damit in eine sehr gefährliche Richtung.

Was ich meine, wenn ich sage, dass aus der Hautfarbe eines Menschen eine Bürde erwächst, lässt sich vermutlich am leichtesten an einem Beispiel erklären: Ich bin weiß, also nenne ich einen Schwarzen verdammt nochmal nicht Nigger! Und da spielt es überhaupt keine Rolle, ob es im Hip Hop oder sonst wo üblich ist, dass Schwarze sich gegenseitig so nennen, und es ist auch nicht rassistisch jemandem dieses Wort zu verwehren, weil er*sie weiß ist. Wir sind dazu verpflichtet den gesellschaftlichen Kontext unseres Handelns zu betrachten und solange Schwarze von latentem Rassismus, Praktiken wie Racial Profiling oder rassistischer Gewalt betroffen sind, sind Nicht-Schwarze zurecht schneller unter Verdacht diskriminierend zu sein als Schwarze.

Jede Minderheit kennt das übrigens auch. Flüchtlinge, denen ständig vorgeworfen wird, sie würden Frauenrechte ablehnen und potenzielle Vergewaltiger sein. Schwule, die als sentimentaler, unentschlossener und schwächer gelten. Juden, die es sich angeblich in ihrer Opferrolle bequem machen. All diese Menschen müssen täglich alles daran setzen, diese Vorurteile zu widerlegen und werden schneller als jede*r andere mit den jeweiligen Eigenschaften abgestempelt.

Nur weil ich in einer weißen Mehrheitsgesellschaft die Norm erfülle, heißt das nicht, dass ich mich nicht kritisch mit meiner Hautfarbe auseinandersetzen muss. Meine Vielzahl an Privilegien verpflichtet mich Tag für Tag zu beweisen, dass ich mich mit vollem Herzen dafür einsetze, sie allen Menschen zuteil werden zu lassen.


 

YouTube-Eine Kolumne

Endlich ist die Schule aus! Nachmittagsunterricht, Doppelstunde Mathe, 2 Stunden Latein, Chemie und Physik habe ich hinter mir. Horror! Von diesem ach so anstrengenden Tag geschafft lasse ich mich aufs Sofa sinken (Ja, ich gehöre auch zu der Sorte Mensch, die Schule als so selbstverständlich empfindet, dass sie als nerviges Übel wahrgenommen wird).

Jetzt erstmal: Handy raus und YouTube an! Doch scrolle ich durch meine Time Line springen mir die Titel nur so entgegen: „Yolo! Ich gehe meiner Freundin fremd!“, „Realtalk: Ich bin schwanger!!!“, „How to: Schlussmachen- kein Clickbait!“, -üblicherweise endend mit den Worten: „It´s a prank! It´s a prank!“. Hahahahhaa, wie lustig. Na toll. Nach dem Prinzip der versteckten Kamera ist es natürlich ein geniaaales Gefühl zu sehen, wenn sich Leute auf spektakuläre Art und Weise weh tun; klar darüber kann man lachen.

Exquisite Unterhaltung, muss ich sagen. Nix da: Filmkritiken, Kurzfilmchen, Bastelideen, Satire, Musik und Philosophie, neee. Stattdessen: „WOW sieben Tipps für meine Mädels gegen Pickel“, Diät-Hacks und Zimmer-Aufräum-Motivationssongs. Geil.

„Zum Teufel mit dem Videoportal für Content von in Chicken-Wings badenden Halbstarken! Zeug, das die Welt nicht braucht! Scheiß sexistische homophobe Drecksscheiße!“, brülle ich und will mein Handy an die Wand werfen…. Obwohl nein warte: „Disstrack zum Beef mit Miguel Pablo!“- das könnte doch eigentlich ganz spannend sein.

Ok gut, Spaß bei Seite: Abgesehen von Stars, die Songtexte wie „Bitch, ich fahr nen Babawagen“ schreiben hat YouTube überwiegend kreative Seiten. Lange ist klar, meine Generation hat sich längst von alten Medien abgewandt. Fernseh-Einschaltquoten sinken und etablierte Sender haben zum ersten Mal keine sichere Zukunft mehr. YouTube bietet zum einen eine Plattform, auf der man über Kommentarspalten interagieren und mitdiskutieren kann. Man kann sich schnell informieren und teilen, was einem wichtig ist. Zum anderen gibt es zu wirklich jedem relevanten Thema Videos. Es heißt, feste Gewohnheiten werden bis zum Alter von 20 Jahren geprägt und ich habe eine Vorstellung davon, wie unser Medienkonsum mal aussehen wird.

Viel mehr als unreflektierte YouTube Titel stören mich im Grunde die, die sich über YouTube aufregen (*öhem, öhem*). Es ist ein enormes Glück für viele, solch eine Vielfalt von Meinungen, Persönlichkeiten, Sexualitäten und Lebenseinstellungen kennen zulernen, weil YouTube jedem eine Stimme gibt. Gerade, wenn man in einem konservativeren Umfeld aufwächst und über bestimmte Bereiche nicht offen gesprochen wird, kann man sich durch YouTube selbst ein Bild machen und so viel dazu lernen! Von Verhütungsmethoden bis hin zu Feminismus gibt es keine Tabus.

YouTube hat heutzutage tatsächlich viele Vorteile. Wir können selbst entscheiden, was wir wann sehen wollen und darüber diese Privilegien zu haben bin ich sehr froh. Mit ein paar Aporeds und Pranks werden wir da schon klar kommen.


 

Politik? Mag ich (nicht)!

MitmachBlog

Politik? Mag ich nicht!

Politik ist sinnlos. Diese Haltung vertreten wohl viele. Man könne ja eh nicht verändern, was die Politiker da oben entscheiden. Beteiligung ist nicht modern und die Zahl der Nichtwähler erschreckend hoch. Genau das mag ich nicht!

Denn Politik geht uns alle direkt an! Sie betrifft jeden Einzelnen von uns! Politik machen nicht nur Politiker. Alles was um dich herum geschieht ist Politik! Egal um was es geht:

  • Wenn du dich bewirbst, Frauenquoten.
  • In der Schule, Chancengleichheit.
  • Was du isst, Tier- und Artenschutz.
  • Was du einkaufst, Kapitalismus.
  • Das Feld hinter deinem Haus, Umweltschutz.

Spielplätze, Verkehr, Bildung, Polizei, auch Rassismus, Antisemitismus und das Patriarchat: jeder erlebt es in seinem Alltag.

Das Wort Politik leitet sich vom griechischen Wort POLIS (Stadt) ab und meinte das Recht aller Bürger*innen einer Stadt über ihr Schicksal zu entscheiden. Die alten Griechen sahen Politik nämlich als Kunst an alle Angelegenheiten in einer…

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Der Traum von der EU

Viele von uns fragen sich wahrscheinlich momentan, ob die EU den finanziellen und sozialen Belastung weiterhin standhalten kann, denn sie leidet nicht nur unter einer Währungs- sondern auch unter einer Akzeptanzkrise.

Teuer, Terror, Transparenz Losigkeit? Britische EU-Gegner wollen sich vor überbordender Einwanderung schützen und unterstellen vor allem Immigranten nur wegen Sozialleistungen einzuwandern. Andere werden sagen, dass das so nicht stimmt. EU-Befürworter betonen beispielsweise, wie wichtig die Gemeinschaft (abgesehen von wirtschaftlichen Gründen und Arbeitsplätzen) für die politische Entwicklung und Sicherheit unseres Kontinents ist.

Und schon befinden wir uns in einer Diskussion, wie sie in Familien oder unter Freunden wohl täglich am Abendbrottisch stattfindet. Die Meinungen sind so geteilt wie nie. Stellen wir die Frage, ob die europäische Union überhaupt noch einen Sinn hat. Ich denke, man kann sie trotz allem eindeutig mit -Ja- beantworten.

Hier sind 5 Gründe für den Bund der EU:

  1. Das Konzept “Einheit in Vielfalt” bringt Menschen unterschiedlicher Nationen & Identitäten zusammen in einem Reichtum von Literatur, Kunst, Musik und Religionen.
  2. Freiheit- Es ist ein ungeheure Fortschritt innerhalb der EU-Grenzen frei reisen, leben, studieren, arbeiten und wohnen zu können.
  3. Die Gemeinschaft setzt sich erfolgreich für die Umwelt ein, sie ist vorbildlich in Sachen Klima- wie auch Natur- & Artenschutz. Ja, die EU hat wichtige Beschlüsse gefasst zur Verbesserung der Umweltqualität und Ziele zur Verringerung des CO2 Ausstoßes. Im nationalen Alleingang wäre es wesentlich schwieriger so etwas zu erreichen.
  4. Frieden- Seit vielen Jahren leben wir mit unseren Nachbarn in Frieden, zwischenstaatliche Konflikte wurden vermieden. In Deutschland gab es noch nie eine so lange Friedenszeit, denn große militärische Auseinandersetzungen sind durch dieses Miteinander undenkbar geworden.
  5. Doch die EU schützt nicht nur den Frieden innerhalb Europas, sondern auch in der Welt. Innerhalb unseres Kontinents ist die EU das Fundament des Friedens, doch hält auch gegen kriegerische Herausforderungen des Rests der Menschheit zusammen.

Die letzten zwei Punkte sind mir in der Argumentation die wichtigsten und ausschlaggebendsten! Das “Friedensprojekt”, wie Westerwelle es nannte, zeigt die Idee eines vereinten Europas. Unsere Großväter erlebten noch einen Krieg, wir hingegen können dem Frieden vertrauen. Welch ein Geschenk! Traumhaft! Ich bin dankbar dafür Streit nicht mehr im Schützengraben austragen zu müssen, sondern in der Verhandlung.


Versöhnung, Demokratie und Menschenrechte; die EU trägt ihren Teil dazu bei unser Miteinander Tag für Tag friedlich zu gestalten.

 

 

Buchrezension: Flavia de Luce

flavia3

ist eine seit 2010 (fast jährlich) erscheinende Buchreihe von Alan Bradley. Mittlerweile gibt es 7 Bände, die ich alle besten Gewissens weiterempfehlen kann.

– Mord im Gurkenbeet

– Mord ist kein Kinderspiel

– Halunken, Tod und Teufel

-Vorhang auf für eine Leiche

-Schlussakkord für einen Mord (!Lieblingsteil!)

-Tote Vögel singen nicht

-Eine Leiche wirbelt Staub auf

Der Krimiroman spricht alle Altersklassen an. Kauzige Figuren, ein beschauliches Anwesen und natürlich ein verzwickter Mordfall: all das lässt sich in den Flavia de Luce Bänden finden.

Wo?

Die Geschichte spielt im England der 1950er Jahre. Das Telefon wird immer nur als “das Gerät” bezeichnet, es geht also ohne viel Technikgedöns klassisch um einen Mord und die Ermittlungen dazu.

Wer?

Unsere Protagonistin Flavia ist gerissen und forsch. Sie birgt einen Wissensschatz, der ihrem Alter so überhaupt gar nicht gerecht wird und völlig überzogen ist. Ihre unerschütterliche und pragmatische Art lassen einige Szenen ziemlich abgedreht und schaurig erscheinen. Skurril und amüsant: ja, zum lachen dann aber auch wieder nicht. Die Geschichte wird gerade durch diesen sehr individuellen Charakter interessant. Auch Flavias Familie und alle anderen Figuren sind liebevoll gezeichnete Persönlichkeiten, jeder besonders für sich.

Inhalt:

Familie de Luce ist irgendwie schon etwas seltsam. Vater de Luce, die drei Töchter (Ophelia (17), eine hübsche, hervorragende Musikerin & Daphne (13), ein Bücherwurm, mit denen Flavia (11) eine Art Hassliebe verbindet) und die Haushälterin Mrs. Mullet, die nicht kochen kann, leben gemeinsam auf Buckshaw, dem Familiensitz der de Luces, unweit der Ortschaft Bishop’s Lacey. Ihre Mutter kam als junge Frau beim Bergsteigen im Himalaya ums Leben, ihre Leiche wurde jedoch nie gefunden. Der Gärtner Dogger ist Flavias bester Freund.

Die Elfjährige hat dazu noch eine Leidenschaft: Sie liebt Gifte aller Art, und widmet sich ihren Forschungen in einem eigenen Labor. In Buckshaws kaltem Ostflügel befindet sich Flavias Reich: Ein großzügiges, komplett eingerichtetes Laboratorium: es verfügt über einen riesigen Vorrat an Pülverchen, Tinkturen und weisen Ratschlägen.

Sobald eine Leiche in Flavias Heimatdorf auftaucht macht sie sich entschlossen an die einzelnen Fälle heran, die sie nicht selten in lebensbedrohliche Situationen führen. Bei den Aufklärungen rivalisiert sie jedes Mal mit dem zuständigen Polizeiinspektor, dem sie bei ihren eigenen Ermittlungen häufig eine Nasenlänge voraus ist.

Was sich Alan Bradley im siebten (und soweit letzten) Teil wieder für seine Heldin ausgedacht hat, ist, dass Flavia ihr Zuhause verlassen muss, um im weit entfernten Kanada Miss Bodycotes höhere Mädchenschule zu besuchen. Flavia findet es allerdings alles andere als lustig, als sie sich in dem Internat wiederfindet, in dem schon ihre Mutter war. Als ihr aber bereits in der ersten Nacht eine Leiche zu Füßen fällt – direkt aus dem Kamin, wird es spannend. Die kleine Detektivin beginnt zu forschen und stößt auf zahlreiche mysteriöse Vorkommnisse.

Schreibstil:

Die Art Alan Bradleys zu schreiben, fand ich ein bisschen schwer bzw. anstrengend zu lesen. Man gewöhnt sich aber nach und nach an die “etwas ältere Ausdrucksweise”.

Kritikpunkte:

Chemie. Sehr viel Chemie. Da Flavia eine begnadete Giftmischerin ist kommen viele chemische Formeln und seitenweise Erklärungen vor. Ich selbst begeistere mich nicht besonders für Chemie und halte das aus meiner Sicht für nicht wirklich nötig, da all die Gleichungen sowieso nicht viel mit der Handlung zu tun haben.

Spannung wird im Generellen nur sehr langsam aufgebaut. Meist radelt Flavia umher und redet mit dem Pastor oder anderen Dorfbewohnern, was sich manchmal wie Kaugummi ziehen kann.

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Meine Meinung:

“Schmökerig”, charmant und angenehm zu lesen; Flavia de Luce begeistert auch die, die für gewöhnlich keine leidenschaftlichen Krimi-Leser sind. Die junge Detektivin hat es faustdick hinter den Ohren und ist nicht zu stoppen. Ohne Zweifel ein besonderer Roman, der zwar manchmal weit ausschweift, dem aber durch seine erfrischend humorvolle Art dieses ganz gewisse Etwas verliehen wird.

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